Gezeiten · Tidenhub · Wasserstand
Ebbe und Flut in der Ostsee
Gibt es an der Ostsee Ebbe und Flut? Die kurze Antwort: ja, aber kaum spürbar. Warum das so ist – und was den Wasserstand vor Travemünde in Wahrheit bewegt.
Gibt es Gezeiten in der Ostsee?
Ja, aber sehr schwach. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut – der sogenannte Tidenhub – liegt in der Ostsee bei etwa 10 bis 15 Zentimetern, stellenweise bei rund 30 Zentimetern. Zum Vergleich: An der Nordsee sind es 2 bis 3,5 Meter. Deshalb spürt man die Gezeiten an der Ostsee im Alltag praktisch nicht.
Warum sind die Gezeiten so schwach?
Die Ostsee ist ein fast geschlossenes Binnenmeer. Mit der Nordsee ist sie nur über die schmalen dänischen Meerengen verbunden. Weil Ebbe und Flut etwa alle sechs Stunden wechseln, kann durch diese Engstellen in so kurzer Zeit gar nicht genug Wasser ein- und wieder ausströmen. Die Gezeitenwelle bleibt sozusagen draußen – und das Binnenmeer hebt und senkt sich nur minimal.
Was den Wasserstand wirklich bewegt: der Wind
An der Ostsee macht nicht der Mond, sondern der Wind den Wasserstand. Auflandiger Wind und Windstau können das Wasser um mehr als einen Meter anheben – bis hin zum Sturmhochwasser. Ablandiger Wind lässt den Pegel dagegen sinken. Auch der Luftdruck spielt mit: Ein Tief hebt den Wasserstand, ein Hoch drückt ihn nach unten. Diese wetterbedingten Schwankungen sind an der Ostsee um ein Vielfaches größer als der eigentliche Gezeiteneffekt.
Was heißt das für Travemünde?
Keine Wattwanderung wie an der Nordsee – vor Travemünde ist immer genug Wasser zum Baden, Segeln und Surfen. Ebbe und Flut muss hier niemand im Blick behalten. Was zählt, ist das Wetter: Den aktuellen Pegel und die Sturmflut-Vorhersage zeigt Wasserstand.
Baden und Wassertemperatur
Ohne störende Gezeiten hängt der Badespaß an der Ostsee vor allem an einer Zahl: der Wassertemperatur. Den aktuellen Live-Wert und die Vorschau der nächsten Tage zeigt Wassertemperatur.
Häufige Fragen zu Ebbe und Flut in der Ostsee
Gibt es an der Ostsee Ebbe und Flut?
Ja, aber sehr schwach. Es gibt Gezeiten, doch der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist mit etwa 10 bis 15 Zentimetern so gering, dass man ihn im Alltag praktisch nicht bemerkt.
Wie groß ist der Tidenhub in der Ostsee?
Der Tidenhub – der Höhenunterschied zwischen Ebbe und Flut – liegt in der Ostsee bei etwa 10 bis 15 Zentimetern, stellenweise bei rund 30 Zentimetern. An der Nordsee sind es dagegen 2 bis 3,5 Meter.
Warum hat die Ostsee kaum Gezeiten?
Die Ostsee ist ein fast geschlossenes Binnenmeer und nur über die schmalen dänischen Meerengen mit der Nordsee verbunden. Durch diese Engstellen kann im Sechs-Stunden-Takt der Gezeiten nicht genug Wasser ein- und ausströmen.
Was verändert den Wasserstand an der Ostsee?
Vor allem der Wind. Auflandiger Wind und Windstau können das Wasser um mehr als einen Meter anheben (Sturmhochwasser), ablandiger Wind lässt es sinken. Auch der Luftdruck wirkt mit – diese Schwankungen sind größer als die eigentlichen Gezeiten.
Kann man an der Ostsee im Watt wandern?
Nein. Weil die Gezeiten so schwach sind, fällt kein Watt trocken wie an der Nordsee. Vor Travemünde ist immer genug Wasser zum Baden, Segeln und Surfen.