Ein Teller Labskaus, norddeutsch angerichtet mit Spiegelei, Rote Bete und Rollmops

Seemannsgericht · Pökelfleisch · Rote Bete

Labskaus

Rosarot, herzhaft und maritim: Labskaus – in Skandinavien Lapskaus – ist DAS norddeutsche Seemannsgericht. Ein Stampf aus Pökelfleisch, Kartoffeln und Roter Bete, gekrönt von Spiegelei, Rollmops und Gewürzgurke. Was drin ist, woher es kommt und warum ausgerechnet Matrosen es erfanden – und was die Lübecker anders machen.

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Was ist Labskaus?

Labskaus ist ein Kartoffelgericht mit gepökeltem Rindfleisch und Roter Bete, verbreitet in Norddeutschland, Skandinavien und – als „Scouse" – in Liverpool. Kein hübsch angerichteter Teller, sondern ein kräftiger, rosafarbener Stampf: alle Zutaten werden zerkleinert und vermengt. Der Klassiker kommt mit knackigen Beilagen, die den Geschmack aufbrechen.

Die Zutaten des Klassikers

Die Reihenfolge auf dem Teller ist Geschmackssache – klassisch wird der Stampf mit Spiegelei belegt, Rollmops, Gurke und Rote Bete liegen daneben.

Woher kommt Labskaus?

Labskaus ist ein echtes Seefahrergericht. Erstmals erwähnt wird es 1706 vom englischen Autor Ned Ward als Matrosenessen; ein englisch-deutsches Wörterbuch von 1802 beschreibt es als „ein Matrosengericht von Pökelfleisch, Biskuit und Zwiebeln". In deutschen Quellen taucht es 1878 in einem seemännischen Wörterbuch auf – da sind die Kartoffeln schon dabei. Von den Häfen der Nord- und Ostsee wanderte es an Land: nach Hamburg, Bremen, Lübeck, Flensburg und weit in den skandinavischen Raum.

Warum ausgerechnet ein Stampf?

Der Grund ist so praktisch wie unappetitlich: Auf langen Segelreisen litten viele Matrosen an Skorbut – Vitamin-C-Mangel, der die Zähne locker machte. Feste Nahrung war kaum zu kauen. Also wurde alles kleingehackt und zu Brei gestampft. Rote Bete und saure Gurken lieferten obendrein Vitamin C und beugten dem Skorbut vor – lange bevor jemand diesen Zusammenhang erklären konnte.

Was bedeutet das Wort?

Die Herkunft des Namens ist umstritten – und genau das macht ihn spannend. Mehrere Deutungen kursieren: vom englischen „lobscouse" (daher auch „Scouse", der Spitzname der Liverpooler); vom niederdeutschen „Lappen" (ein Stück Bauchfleisch) und „Kaus" (Schüssel); vom norwegischen Sinn „etwas leicht zu Kauendes"; und sogar vom baltischen „labs kauss" – „gute Schüssel". Eine eindeutige Antwort gibt es nicht.

Regionale Varianten – und die Lübecker Ausnahme

So einfach das Grundrezept, so verschieden die Regionen. Flensburg und Nordfriesland lassen den Fisch weg, anderswo gehört Hering fest dazu. Und Lübeck – zu dem Travemünde gehört – hat seine eigene Handschrift: Hier wandert traditionell Fisch mit ins Labskaus. Am Wasser, wo die Kutter anlanden, liegt das nahe.

Labskaus in Travemünde

Als Ostseebad an der Trave-Mündung ist Travemünde genau die Küche, aus der Labskaus stammt: Seefahrt, Hafen, frischer Fisch. Wer die maritime Küche probieren will, wird am Fischereihafen und im Essen-Guide fündig – dort, wo es auch die berühmten Fischbrötchengibt. Labskaus steht nicht auf jeder Karte, ist aber der herzhafte, ehrliche Klassiker der Region.

geprüft am 10. Juli 2026 Quelle: Wikipedia „Labskaus" · Rezeptbestandteile und Wortgeschichte

Häufige Fragen zu Labskaus

Was gehört alles in Labskaus?

Klassisch: gepökeltes Rindfleisch oder Corned Beef, gestampfte Kartoffeln, Rote Bete und Zwiebeln, alles vermengt. Dazu Spiegelei obenauf sowie Rollmops oder Matjes, Gewürzgurke und eingelegte Rote Bete als Beilage.

Warum ist Labskaus rosa?

Die Farbe kommt von der Roten Bete, die mit unter den Kartoffel-Fleisch-Stampf gemischt wird. Sie gibt dem Gericht die typische rosa-rote Färbung und eine leicht süß-säuerliche Note.

Woher kommt der Name Labskaus?

Die Herkunft ist umstritten. Deutungen reichen vom englischen „lobscouse" (daher „Scouse" für Liverpool) über das niederdeutsche „Lappen" (Bauchfleisch) und „Kaus" (Schüssel) bis zum baltischen „labs kauss" – „gute Schüssel".

Ist Labskaus dasselbe wie Lapskaus?

Ja – es ist dasselbe Gericht. „Labskaus" ist die norddeutsche Schreibweise, „Lapskaus" die skandinavische (Norwegen, Dänemark, Schweden). In Liverpool heißt eine verwandte Variante „Scouse".

Warum aßen Seeleute Labskaus?

Auf langen Segelreisen machte Skorbut (Vitamin-C-Mangel) die Zähne locker, feste Nahrung war schwer zu kauen. Alles kleinzuhacken und zu stampfen war die Lösung – Rote Bete und Gurken lieferten zugleich Vitamin C.

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